
Die Welt ist das,
was ich von ihr denke.
Die Bilder, die die Grundlage zu meinen Skulpturen bilden entstehen in meinem Inneren. Ursprung dieser Bilder ist ein Phänomen, das man Synästhesie nennt und das ursprünglich jeder Mensch mit auf die Welt bringt.
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift natur & kosmos, die einen großen Artikel zu den verschiedenen Formen der Synästhesie brachte (Ausgabe 1/2002), hier nun deren kleine Zusammenfassung:
Definition: Synästhesie ist keine Krankheit, sondern eine psychologisch-neurologische Besonderheit. Ein Sinnesreiz- etwa ein Klang in den Ohren - löst auch Wahrnehmungen anderer Sinne aus, etwa farbige Formen vor den Augen oder ein Kribbeln auf der Haut. Die meisten Synästhetiker sehen Farben, wenn sie Musik und markante Geräusche hören oder Zahlen und Buchstaben lesen und hören. (Anmerkung: Vor ca. 20 Jahren wurde mit Forschung im Bereich Synästhesie begonnen . Man fand heraus, dass es sich weder um Einbildung, noch um Symptome einer Krankheit handelt. Synästhetiker sind ganz normale Menschen. Sie erleben die Welt viel bunter und intensiver- auf mehreren Kanälen gleichzeitig . Es gibt eine Studie zu diesem Thema an den Unis Leipzig und Hannover.)
Verbreitung: Vor einigen Jahren vermuteten Forscher noch, ein bis vier Menschen von 100 000 seien Synästhetiker. Heute schätzt der Experte Hindrik Emrich ihren Anteil auf ein bis zwei von 1000. Nach seiner Erfahrung verheimlichen viele ihre Fähigkeit, weil sie befürchten , als Spinner zu gelten.
Sind wir alle Synästhetiker? Es gibt Hinweise, dass jeder Mensch veranlagt ist, Sinne zu koppeln. Säuglinge reagieren auf die Stimme ihrer Mutter nicht nur mit dem Hörzentrum, sondern mit fast der gesamten Großhirnrinde. Erst später spezialisieren sich die einzelnen Areale auf die jeweiligen Sinne. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Synästhesie ohnehin eher im Emotionszentrum des Gehirns unterhalb der Rinde, dem limbischen System, stattfindet.- und zwar bei jedem Menschen. Nur merken die meisten nichts davon, weil das Gehirn etwa bei einem akustischen Signal alle Sekundärempfindungen wie Farben vor den Augen oder Gefühle auf der Haut unterdrückt. Es hält sie aus Erfahrung einfach nicht für notwendig, um mit dem primären Reiz umzugehen. Daher gelangen sie nicht ins Bewusstsein, so die Theorie. (Anmerkung: Vielleicht dienen diese erweiterten Informationen dem Säugling dazu sein Gegenüber auf einen Blick- in einem Bild - zu erfassen. Und damit instinktiv zu wissen, wie dieser Mensch ist und welche Reaktionen zu erwarten sind. Eine Sicherheitsmaßnahme der Natur?)
Wissenschaft: Die These von flexiblen Sinnzentren, deren eigentliche Aufgaben austauschbar oder vermischbar sind, stützen Experimente mit Tieren. Der Hirnforscher Mriganka Sur vom amerikanischen Massachusetts Institute of Technology hat bei neugeborenen Frettchen Nervenbahnen im Gehirn bewusst falsch verschaltet. Visuelle Reize gelangten nun zum Hör- statt zum Sehzentrum. Als die Tiere ausgewachsen waren, konnten sie dennoch sehen. Über die Funktion einer Hirnregion , so folgerte Sur, entscheidet also nur die Qualität eines Signals.